Lymphknoten

Lymphknoten – wozu brauchen wir sie eigentlich und welche Probleme können auftreten? Der Mensch hat etwa 600-800 Lymphknoten. Sie sind bohnenartig geformt und weisen eine Länge von 2 bis 30 mm auf. Die äußere Hülle der Lymphknoten besteht aus Bindegewebe und ist in lockeres, fettreiches Bindegewebe eingebettet.

Im Inneren finden wir ein spinnenwebartiges und weitmaschiges Netz aus Endothel- und Retikulumzellen, welche als Fress- und Speicherzellen fungieren und für die Immunkörperbildung von Bedeutung sind. Alle Lymphknoten sind untereinander verbunden und bilden so genannte Lymhknotenketten.

Funktionen

  • Filterfunktion
    Sie sind eine Filterstation für das Gewebswasser, die so genannte Lymphe. Stoffwechselabbauprodukte und Erreger werden aus dem umliegenden Gewebe gefiltert und bekämpft.
  • Depotfunktion
    Krebszellen, Bakterien, Viren, Erreger und Stoffwechselabbauprodukte werden nicht nur bekämpft, sondern teilweise auch eingelagert, da sie der Körper nicht ausscheiden kann (Staub aus Glas, Kohle und Farbe).
  • Neubildung von Lymphozyten
    zur Unterstützung der Abwehrfunktion innerhalb der einzelnen Lymphknoten.
  • Konzentration der Lymphflüssigkeit (Eindickung)
    Ca. 40% des Lymphwassers wird durch die venösen Kapillaren (feinste Venen) reabsorbiert; das heißt, es tritt weniger Lymphe aus, als durch die Gefäße zugeführt wurde.

Probleme und Symptome

Lymphknoten sind für die Immunkörperbildung von Bedeutung.

Lymphknoten sind für die Immunkörperbildung von Bedeutung.

Lymphknoten liegen meist tief im Fettgewebe und sollten nicht tastbar sein.
Sind sie dennoch über einen längeren Zeitraum tastbar, sollte immer Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden. Meist sind Entzündungen die Ursache. Auch bösartige Neubildungen, wie beispielsweise Lymphknotenkrebs, sind nicht auszuschließen, was meist aber nicht der Fall ist.

Sollten Vergrößerungen oder Schwellungen der Knoten im Hals-, Achsel- oder Leistenbereich auftreten, geht dies meist mit Fieber, Gewichtsverlust, Halsschmerzen und nächtlichem Schwitzen einher und zeigt, dass das Immunsystem aktiv ist. Falls schmerzhafte Vergrößerungen auftreten, muss auch hier ein Arzt konsultiert werden. Die Lymphknoten haben eine zentrale Rolle im Immunsystem: Jegliche Erkrankungen innerhalb des Lymphsystems schwächen somit die Abwehrkräfte unseres Körpers.

Mögliche Auslöser für eine Schwellung:

  • Mandelentzündung
  • Katzenkratzkrankheit
  • Röteln
  • Aids
  • Clamydien
  • Tuberkulose
  • Rheumatoide Artritis

Auch Metastasen könnten ein möglicher Auslöser sein.
Häufig treten geschwollene Lymphknoten bei Pollenallergie auf. Das weist darauf hin, dass sich der Körper zur Wehr setzt.

Lymphknoten und Mandeln – wo sind die Unterschiede?

Die Mandeln sitzen im hinteren Rachenraum und machen erst Beschwerden, wenn sie entzündet sind. Viren oder Bakterien können zu einer schmerzhaften Mandelentzündung führen. Eine starke Angina kann auch Folgeerkrankungen nach sich ziehen.

Entzündete Lymphknoten – häufige Folge von Infektionen

Entzündete oder geschwollene Lymphknoten zeigen sich durch andere Symptome als entzündete Mandeln, können aber vom Laien verwechselt werden. Die häufigste Ursache für Schwellungen der Lymphknoten ist eine Erkältung.

Die Lymphknoten gehören zum menschlichen Abwehrsystem und sitzen in vielen Bereichen des Körpers. Man findet sie unter den Achseln, in der Leiste und am Hals. Lymphknoten enthalten spezifische weiße Blutkörperchen und haben als Filtersystem eine wichtige Aufgabe: Sie nehmen Erreger und Fremdstoffe aus der Lymphe auf. Da sie eine intensive Abwehrarbeit leisten müssen, schwellen sie bei Infektionen an. Als Symptom bei Mandelentzündungen oder Scharlach sind Lymphknotenschwellungen typisch. Es ist fast immer nur eine Seite betroffen.

Erkrankungen der Lymphknoten

Ist der Lymphknoten durch eine Krankheit direkt befallen, sind die Symptome anders. Es gibt viele Krebserkrankungen, bei denen auch die Lymphknoten befallen sind. Krebszellen siedeln sich hier an und bringen das Lymphsystem zum Anschwellen.

Brustkrebs zeigt sich oft durch Schwellungen der Lymphgefäße in der Achselhöhle. Bei Prostata- und Gebärmutterkrebs sind die Lymphknoten in der Leiste geschwollen. Man kennt mehrere bösartige Erkrankungen des Lymphsystems, vor allem sind das Formen von Leukämie.

Sind die Lymphknoten schmerzfrei und ohne Infektion angeschwollen, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen und die Ursachen klären lassen. Es könnte sich um eine bösartige Erkrankung handeln.

Mandelentzündung und angeschwollene Lymphknoten können schnell verwechselt werden.

Mandelentzündung und angeschwollene Lymphknoten können schnell verwechselt werden.

Akute Mandelentzündung

Bei einer akuten Mandelentzündung ist das Immunsystem geschwächt und die Bakterien im Rachenraum vermehren sich explosionsartig. Die Gaumenmandeln sind stark gerötet, geschwollen und von weißlich-gelben Eiterpunkten besetzt. Die Gaumenbögen sind ebenfalls gerötet.

Typisch für akut entzündete Mandeln sind Schluckbeschwerden und Halsschmerzen, die bis zu den Ohren ausstrahlen, Mundgeruch sowie eine erschwerte Sprache. Man kann sie homöopathisch oder mit Medikamenten behandeln. In der Regel klingen die Symptome nach einer Woche ohne Folgen ab.

Chronische Mandelentzündung

Wer häufig unter entzündete Mandeln leidet, weist Vernarbungen auf. Der Befall mit Bakterien führt zu Mundgeruch und einem unangenehmen Geschmack im Mund. Kratzen im Hals und Schluckbeschwerden, allgemeine Schwäche und Anfälligkeit für andere Infektionen sind häufig.

Chronische Mandelentzündungen führen nicht selten zu Komplikationen. Es kann sich ein Abszess bilden, eine Ansammlung von Eiter auf einer Halsseite. Dann ist der vordere Gaumenbogen gerötet und herausgewölbt.

Operative Mandelentfernung

Ist man häufiger als viermal im Jahr von einer Mandelentzündung betroffen und hat der Körper eine Resistenz gegen Antibiotika entwickelt, ist manchmal die Entfernung der Mandeln ratsam. Nach Möglichkeit wird der Eingriff aber vermieden, da sie das Immunsystem insgesamt schwächt. Bei Kindern ist sie nur dann notwendig, wenn die vergrößerten Mandeln zu erheblichen Schluckbeschwerden und Sprechproblemen führen.

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